Die Hackergruppe „Rhysida" hat 5,8 Terabyte sensible Daten aus den IT-Systemen der Berliner Senatsverwaltung gestohlen und diese nach Berlins Weigerung, Lösegeld zu zahlen, im Darknet veröffentlicht. Die Daten umfassen Notfallpläne, Verteidigungspapiere, dienstliche Unterlagen, Fotos, Arbeitszeugnisse sowie Geburtsurkunden und Telefonnummern von Beamten und möglicherweise Millionen von Bürgern, darunter Steuerdaten. Die Hackergruppe verbreitete die Datenmenge ab 28. August im Darknet und veröffentlichte das komplette Datenpaket am 4. September um 15:35 Uhr.
Die Attacke fand zwischen dem 7. und 12. August statt, wurde aber erst am 14. August entdeckt. Hochrangige Bundeswehr-Kreise bezeichnen den Vorfall als „Daten-technischen Super-GAU". Die Bundesregierung und die Bundeswehr bewerten derzeit die weitreichenden Auswirkungen dieser Sicherheitskrise. Nach aktuellem Stand sind Bundesverwaltungssysteme nicht direkt betroffen. Die Risiken umfassen den Missbrauch persönlicher und offizieller Daten, gestohlene Zugangsanmeldedaten, mögliche Einblicke in kritische Infrastruktur sowie Desinformationskampagnen. Jochim Selzer vom Chaos Computer Club vermutet, dass ein zentrales Datenverwaltungssystem der Verwaltung kompromittiert wurde. Die Entscheidung der Berliner Senatsverwaltung, kein Lösegeld zu zahlen, wird als konsequent und richtig bewertet.
Kernpunkte:
- Etwa 5,8 Terabyte sensible Daten wurden aus den IT-Systemen der Berliner Senatsverwaltung gestohlen.
- Eine Datenmenge wurde ins Darknet hochgeladen.
- Die Cyberkriminellen veröffentlichten ihre Beute, weil Berlin sich nicht erpressen lassen wollte und das geforderte Lösegeld nicht zahlte.
Quelle: Bild.de (Deutsch)
